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Schirmherr: Dr. Günther Beckstein - stellv. bayerischer MinisterpräsidentDr. Günther Beckstein, geb. in Hersbruck, Staatsministerium des Inneren. Seit Januar 2001 stellvertretender Bayerischer Ministerpräsident. Dr. Beckstein zum Thema Leadership"In Zeiten rasanten Wandels steht unsere Wirtschaft vor großen Herausforderungen, aber auch vor großen Chancen! Mit Leistungsbereitschaft, klaren Zielen, Zusammenhalt und mit werte- und mitarbeiterorientiertem Handeln, also Leadershipkompetenz, können wir wirtschaftliches Wachstum sichern." Interview mit Dr. Beckstein zum Thema "Leadership"Das BVMW Unternehmermagazin DER MITTELSTAND führte das Interview mit dem Stv. Bayerischen Ministerpräsidenten, Staatsminister Dr. G. Beckstein aus Anlass des LeadershipFestivals am 07. Juli 2006 in Neuendettelsau mit Dr. Günther Beckstein als Schirmherr und Redner.
BVMW: Wie stehen Sie, als profilierter Innenpolitiker, zum Thema Leadership/Führung und welche Orientierung/Leitmaxime können Sie uns für das eher wirtschaftsorientierte Leadership Festival geben?
Dr. Günther Beckstein: In meinem Geschäftsbereich arbeiten rund 60.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – da spielt, wie in der Wirtschaft, Führung naturgemäß eine zentrale Rolle. Ein anderes Credo, das die Wirtschaft längst verinnerlicht hat, ist auch in der Verwaltung immer mehr ins Zentrum der Überlegungen gerückt: Stillstand ist Rückschritt. Auch in der Verwaltung sind Reformen unerlässlich, und da gilt für mich die Maxime: nur mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und nicht gegen sie. Reformen, bei denen die Beschäftigten außen vor gelassen werden, sind von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Von Veränderungen sind immer auch die Mitarbeiter betroffen und deshalb ist es mir wichtig, auch ihre Meinung zu hören. Führung heißt für mich allgemein, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als Menschen zu sehen und nicht als Maschinen, die Papier bedrucken; führen heißt, ihnen eine Linie vorzugeben, sie in die Entscheidungen einzubeziehen, ihnen auch zu zeigen, dass sie mit ihrem Können - und damit meine ich nicht nur das Fachwissen -, mit ihrer Eigeninitiative und mit ihrer Leistungsbereitschaft zum Erfolg des bayerischen Innenministers wesentlich beitragen.
BVMW: Was zeichnet einen auf christlichen Werten beruhenden Führungsstil aus? Dr. Günther Beckstein: Dieser Führungsstil baut auf wichtige christliche Werte wie Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Toleranz, Verantwortungsbewusstsein für sich selbst und für andere, Anerkennung, Gerechtigkeit und Solidarität. Unternehmer mit einem auf christlichen Werten beruhenden Führungsstil sind sich ihrer hohen Verantwortung bewusst: Auch im Zeitalter der Globalisierung dürfen sie nicht den Blick für das Wesentliche verlieren, nämlich die Achtung vor dem Menschen, und dazu zahlen auch die Mitarbeiter, und vor der Schöpfung.
BVMW: Führen heißt auch mit gutem Beispiel vorangehen – gibt es zu wenige Vorbilder in den deutschen Chefetagen?
Dr. Günther Beckstein: Diesen Eindruck habe ich nicht. In der Öffentlichkeit werden nur leider meistens Negativbeispiele herausgestellt. Aus zahlreichen Gesprächen, Besuchen in Wirtschaftsunternehmen und auch Tagungen weiß ich, dass sich Unternehmer – gerade von mittelständischen Betrieben – ihrer Führungsrolle bewusst sind und Werte wie Verantwortung, Teamfähigkeit, Flexibilität und Integrität nicht am Werkstor ablegen, sondern in ihrem Betrieb, bei ihrer Arbeit „vorleben“.
BVMW: Bei den „Soft Skills“, wie Mitarbeitermotivation und -führung, weisen deutsche Unternehmer und Manager Defizite auf. Wie lassen sich diese Lücken schließen?
Dr. Günther Beckstein: Wenn es diese Lücken gibt, dann kann beispielsweise die Teilnahme am LeadershipFestival am 7. Juli 2006 in Neuendettelsau einen Beitrag leisten, sie zu schließen. Führungskräfte haben nicht nur die Pflicht zu managen, sondern auch ihre Mitarbeiter zu führen. Wie diese beiden Pflichten in ein angemessenes Gleichgewicht gebracht werden können, damit befassen sich verschiedene Workshops auf dem Leadershipfestival.
Abdruck mit Genehmigung des BVMW Bundesverband mittelständische Wirtschaft
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